Projekt Demenz

Menschen mit Demenz in der Kommune

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Menschen mit Demenz in der Kommune

Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung, unterstützt von der Aktion Demenz e.V.

Bereits seit sechs Jahren arbeitet das Mehrgenerationenhaus des Grundtvighaus e.V. auf dem Gebiet Demenz. In dieser Zeit ist es gelungen in Sassnitz mit einem sehr hohen Anteil von Senioren, Pflegeeinrichtungen und pflegenden Angehörigen, ein funktionierendes Netzwerk der gegenseitigen Kommunikation aufzubauen. Eine Selbsthilfegruppe „Pflegende Angehöriger” ist entstanden, die sich regelmäßig trifft, Erfahrungen austauscht und professionell angeleitet und gebildet wird. Von dieser Selbsthilfegruppe kam die Anregung, nicht nur auf den dem Stand gegenseitiger Kommunikation zu verharren, sondern eine gezielte Bedarfsumfrage als Grundlage einer Weiterentwicklung durchzuführen. Im Ergebnis kam zum Ausdruck, dass neben der Kommunikation die Aktion stehen muss und beides an alle Einwohnern der Stadt gerichtet sein muss.

Damit sind die Eckpfeiler des Projektes gesetzt:

Zusammenwachsen durch gemeinsame Aktionstage (Demenzbetroffene, Angehörige, Gäste)

  • Ausflüge in die Umgebung der Insel Rügen

  • zeichnen und singen

  • Ausflüge mit dem Schiff entlang der Ostseeküste

  • Singen, Tanzen, Zeichnen gestern und heute – Erinnerungen wecken

  • Gesund essen und trinken (Ernährung dementiell erkrankter Menschen)

Demenzerkrankung kann jeden treffen – eine Aufklärungskampagne mit professioneller Begleitung

  • Sonderheft der Stadtzeitung SASforum

  • Regelmäßige Artikelreihe in der Lokalpresse

  • Filmveranstaltungen mit Diskussionsrunden zum Thema

Weiterbildungen durch professionelle Referenten

  • Seminare/Infoveranstaltungen für Seniorenbegleiter und pflegende Angehörige

  • Seminare für ausgewählte Berufsgruppen (z.B. Polizei, Behörden, Dienstleister u.a.)

Einbeziehung von Kindern und Jugendliche

  • Behandlung der Thematik Demenz im Unterricht

  • Entwicklung von Schülerprojekten zur Überwindung von Barrieren Jung & Alt durch gezielte Einbeziehung der älteren Generation zur Entwicklung von Geschichtsbewusstsein

  • Sensibilisierung von Schülern für das Thema Demenz hinsichtlich Berufsorientierung und alltagspraktische Hilfe

Einrichtung eines Anlaufpunktes für Information und Beratung rund um das Thema Pflege

  • Sprechstunde: Außenstelle Pflegestützpunkt Stralsund, Störtebeker Straße 8a, Bergen, 1. Mi im Monat, 9-12Uhr

 

Welche Ziele sollen mit dem Projekt verfolgt werden?

Die Stadt Sassnitz kann durchaus als eine „alternde Stadt” bezeichnet werden. Der Anteil von Menschen über 55+ Jahre beträgt 45 %. Die Ursachen liegen einerseits im Zuzug der älteren Generation (Ruhestand in schöner Umgebung) und andererseits in der hohen Fluktuation junger Menschen (geringe Arbeitsmöglichkeiten). Der Anteil von an Demenz erkrankten Menschen ist nicht genau zu fixieren, aber es ist anzunehmen, dass er künftig steigende Tendenzen aufweisen wird. Darüber hinaus ist einen Großteil der Bevölkerung bisher noch unbekannt, dass Demenz nicht nur eine Alterserscheinung ist. Überhaupt ist der Umgang mit geistiger Behinderung nach wie vor ein viel zu wenig beachtetes Themenfeld.

Mit diesem Projekt soll erreicht werden, dass die Barrieren zwischen der Allgemeinbevölkerung und Menschen mit Demenz und sonstiger geistiger Behinderung abgebaut werden und für die Zukunft ein Modell der gesellschaftlichen Gemeinsamkeit entsteht. Die bereits vorhandenen Strukturen werden genutzt, um in den einzelnen Wohngebieten, wo sich die Menschen untereinander kennen, attraktive Begegnungen mit Betroffenen zu organisieren, die es durch direkte Konfrontation mit Behinderung ermöglichen, die Probleme vor allem der pflegenden Angehörigen zu erkennen und die Bereitschaft zur zivilgesellschaftlichen Aktivität geweckt wird, ein Modell der gegenseitigen Hilfe entsteht.

Gleichberechtigt soll ein breitgefächertes Bildungs- und Informationsangebot Licht in die Dunkelheit der Unkenntnis über Demenz, Alzheimer und geistiger Behinderung bringen. Dabei soll verdeutlicht werden, dass es jeden treffen kann, denn niemand weis, was in seinem Kopf vor sich geht und keinem ist so recht bewusst, dass z.B. durch einen Unfall von heute auf morgen geistige Behinderung eintreten kann.

Besonders bei der jüngeren Generation ist mit wenigen Ausnahmen dieses ein Tabuthema. Deshalb soll ganz bewusst mit einer jugendgemäßen Veranstaltungsreihe auf Jugendliche und Schüler zugegangen werden, Lehrer und Erzieher einbezogen. Vielleicht gelingt es, Möglichkeiten zu finden, das Thema Demenz mehr in den Unterricht einzubeziehen. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass vor allem Schülerinnen für dieses Thema sensibilisiert werden können und ein Ziel ist, mit diesem Projekt mehr Auszubildende in einem Pflegeberuf zu bekommen.

Öffentliche Einrichtungen, Dienstleistungsbetriebe, Gaststätten, Behörden sollen aufgerufen werden, sich an diesem Vorhaben zu beteiligen. Sie sollen aktiviert werden mit geeigneten Mitteln in ihrer jeweiligen Branche Ideen zu entwickeln, wie sie die Begegnung von „normalen” Menschen und Menschen mit Behinderung fördern, wie sie die Teilhabe von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen am öffentlichen Leben sichern.

Demenz, eine heimtückische Krankheit, eine andere Art des Lebens!

Selbsthilfegruppe „Pflegende Angehörige“ Sassnitz

Die Pflege des Angehörigen stellt für viele Pflegende eine starke Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten da.Die/Der Demenzkranke „bestimmt” den Tagesablauf der pflegenden Person.

Am Beginn der Krankheit, weiß man fast gar nicht was auf den zu Pflegenden zukommt. Man hofft, dass es nicht so schlimm für den Angehörigen und somit auch für einen selber wird. Nach und nach wird es immer schwieriger in Erinnerung zu behalten was der Angehörige sich bei der Verfassung der Vorsorgevollmacht erhoffte und wann die Bedingung unter der die Vollmacht erteilt wurde eingetreten ist.

Die Gefahr der Vereinsamung des pflegenden Angehörigen durch die Veränderung des Tagesablaufs und durch die Verminderung der Möglichkeiten zur Pflege sozialer Kontakte außerhalb der Pflegesituation ist recht groß. Selbst enge Beziehungen können durch die neuen Prioritäten um den Demenzkranken stark belastet sein.

Viele fühlen sich überfordert und verstehen nicht wie sie die Situationen mit dem Erkrankten bewältigen sollen und scheuen sich durch Unwissenheit und auch Scham, Hilfe zu suchen! Aber Hilfe gibt es in der Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige Demenz Erkrankter.

Wer Hilfe sucht oder sich mit anderen Betroffenen austauschen möchte, weil er am Anfang nicht weiß wie er die Pflege meistern soll, ist herzlich willkommen.

Ihre Ansprechpartnerin im Grundtvighaus ist Frau Marina Funke, erreichbar unter

Telefon 038392-57726 oder reservierung@grundtvighaus-sassnitz.de