Detail-Ansicht

10.03.2018 - 20:00 Uhr

128. Konzert im Grundtvighaus

HANAM-Quintet | Horst Nonnenmacher – Bass | Alison Blunt – Violin | Niko Meinhold - Piano/Toypiano | Anna Kaluza - Alto Saxophone | Manuel Miethe - Soprano Saxophone


Samstag, 10. März 2018
Beginn 20:00 • Einlass 19:00
Grundtvighaus Sassnitz, Seestr. 3
Eintritt: € 12,- EUR, junge Leute <= 18 Jahre - für umsonst.

History:
Gegründet wurde das Quintet im Frühjahr 2011 bei einem Konzert in dem Neuköllner Veranstaltungsort „Fincan“. Der Auftritt war musikalisch so erfolgreich, dass eine weitere Zusammenarbeit außer Frage stand. Alison Blunt organisierte bald darauf drei Konzerte in London; das neu gegründete Ensemble gastierte in der Lumen Church, im renommierten Club Vortex im Rahmen der experimentellen Reihe „Mopomoso“ sowie im Café Servant Jazz Quarters.
Die Audio- und Videomitschnitte sowohl dieser Auftritte als auch der folgenden Konzerte in Berlin - hier auch mit dem weltweit bekannten Cellisten Tristan Honsinger als Gast -  waren für alle Bandmitglieder so überzeugend, dass beschlossen wurde, anhand der Live-Aufnahmen 2013 eine CD zu veröffentlichen. Das neue Label „AUT Records“ brachte die CD im Juli 2013 heraus: www.autrecords.com/project/hanam-quintet-tristan-honsinger Insgesamt war die kurze Zeit seit der Gründung des Quintetts sehr produktiv: die Band kann auf zahlreiche gelungene Konzerte auch außerhalb Berlins und Londons zurückblicken, unter anderem auf den erfolgreichen Auftritt beim Neuen Musik-Festival „Surroundings“ in Düsseldorf. Im März 2014 gastierte das Quintett mit Tristan Honsinger als Gast beim renommierten ARTACTS -  Festival im österreichischen St. Johann. Im September 2013 gab es ein weiteres Konzert im VORTEX Club in London sowie Aufnahmen für die zweite CD.
Weitere Festivals: Schnittpunkte der Musik in  Österreich, „Jazz and More“ in Sibiu, Rumänien (2014, 2015) Die CD ist im Frühjahr 2015 erschienen: Hanam at Piggotts. Als „Nucleus“ des von Horst Nonnenmacher gegründeten TMCO – Orchestras gastierten die Musiker im Februar 2016 in der Nikodemuskirche in Berlin Neukölln im Rahmen eines Konzertes mit dem Chor in Mitte.

Die Musik:
Das Ensemble steht für einen Kulturaustausch zwischen Berlin und London, den beiden Metropolen für zeitgenössische, frei improvisierte Musik. Musikalisch verkörpert das Hanam Quintet einen Zweig der Freien Szene, der sich wieder wegbewegt von verkopften Konzepten und “nerdigen” Computerklängen, wie sie in den 90ern und zur Jahrtausendwende aktuell waren. Auch die phobische Verbannung von Timespiel und Tonalität, wie sie noch vor 10 Jahren üblich war, ist geschmackvoll aufgeweicht. Hanams Musik basiert auf unmittelbarem Klang, auf blitzschneller Reaktion und Kommunikation. Egozentrische Spielweise findet keinen Raum. Selbst Solo-Passagen können hier als Kollektivimprovisationen aufgefasst werden -- nämlich indem vier MusikerInnen
von fünf Tacet spielen. Das schafft eine Spannung, die auch den Zuhörer mitreißt. Um der Musik des Quintetts folgen zu können, ist nicht etwa Vorbildung, aber unbedingt Aufmerksamkeit in dem Moment notwendig.
Und diese Aufmerksamkeit wird von den Musikern auf das Publikum übertragen. Ästhetisch sieht sich das Ensemble in der europäischen sowie amerikanischen Tradition verwurzelt. So entstehen Passagen, die an Alban Berg, Helmut Lachenmann, Olivier Messiaen oder Györgi Ligeti erinnern, oder aber auch Klänge, die sich mit Jazz assoziieren lassen.  Allerdings zieht Hanam die Energie aus dem Unmittelbaren. Die Musik wird im Moment komponiert, entsteht mit dem Publikum zusammen. Das Entdecken und Herausarbeiten bestimmter “Stile” kann hierbei als Assoziation mit Vergangenem, als Erinnerung bezeichnet werden.
Die Spannung entsteht im Moment und wird zum Spiel der Aufmerksamkeit. Die Musik ist somit direkte Kommunikation zwischen Musiker und Publikum und kann daher aktueller nicht sein. Hanam live wird zur Performance. Dies ist nur möglich, da sich die Quintett-Mitglieder auf menschlicher Ebene sehr gut verstehen, auf musikästhetischer Ebene große Schnittmengen haben und darüber hinaus geschmacklich offen und kompromissbereit sind. Spontane musikalische Kommunikation funktioniert nur, wenn das im Moment entstandene sofort vollständig akzeptiert ist.
Unter diesem link gibt es audio und weitere links zu videos: http://www.instant-music.net/hanam.html

Horst Nonnenmacher
Nonnenmacher, der denJazz durch die Plattensammlung seines Vaters kennenlernte, spielte
zunächst ab 1979 Hard Rock. Nach dem Abitur zog er nach Berlin, wo er zwischen 1984 und
1989 klassischen Kontrabass an der Hochschule der Künste studierte.[1] Bekannt wurde er als Gründungsmitglied der Association Urbanétique, später war er Mitglied von Hannes Zerbes Quartett Bukolik, des Composers Orchestra Berlin und des Modern Klezmer Quartett sowie der Gruppe BalkaNova.
Nonnemacher ist auf dem Tonträger Background for Improvisers von Improviser's Pool featuring Sam Rivers und Alexander von Schlippenbach, Jim Black und Andreas Willers ebenso zu hören wie auf CD-Aufnahmen mit Paul Bley, Yves Robert, Mircea Tiberian, Vladimir Karparov, Elliott Sharp oder David Tronzo. Ferner arbeitete er für das Theater, so als Komponist und Arrangeur der Musiken für den Carmen Miranda Revuepavillon, sowie für die Varité-Show Mythology oder Mira Miranda von und mit Eutália de Carvalho. Zudem fungiert er als Stimmführer der Kontrabässe Mitglied im Jungen Orchester der FU Berlin und leitet die Band Oktopuzzle. Bis heute hat er zahlreiche Tourneen in Europa, Amerika und Australien absolviert.

Alison Blunt
Alison Blunt wurde in Mombasa, Kenia, geboren und wuchs in Nairobi und anschließend im
Lake District, UK, auf. Alison hat sich von einem klassischen Violintraining am Birmingham
Conservatoire und der Guildhall School of Music und Drama inspirieren lassen und hat sich
in nationale und internationale Projekte vertieft, um die Grenzen zwischen Kunstformen und
Genres zu erforschen, zu kreieren, zu performen und zu spielen und neue Musik
aufzunehmen.
Sie hat neue und kreative Arbeiten in kontrastierenden Umgebungen, wie der Royal Albert
Hall, dem BFI, dem Southbank Centre, Barbican, Sage Gateshead, Sesk Pompeia (Brasilien),
MS Stubnitz (Deutschland), Boat Ting, dem Colourscape Music Festival, dem Little Angel
Theatre und Vortex Jazz Club, Café Oto, Colston Hall, Symphony Hall, Buckingham Palace
Gärten, Latitude Festival, Bimhuis (Holland), SouthOut Festival und ACME (Australien),
Musikhuset Aarhus (Dänemark), St. Magnus Festival & Mulltheater (Schottland), European
Storytelling Marathons (Holland & Belgien), Alte Gerberei (St. Johann, Tirol), Radialsystem
& B-Flat (Deutschland), Stockwerk Jazz Club (Steiermark), Wunderbar (Südinsel
Neuseeland) ), The Kosmos (New Mexico USA) mit einer Vielzahl von kreativen Künstlern
wie Apartment House, Apocryphal Theatre Company, Julia Barcley-Morton, Barrel, Barcode
Quartet, Steve Beresford, Cristiano Calcagnile, Lawrence Casserley, Viv Corringham, Guy
Dartnell , John Edwards, Vinny Golia, HANAM Quintett, Elisabeth Harnik, Anna Homler,
Tristan Honsinger, Katzenhoffnung, Birthe Jorgensen, David Leahy, Gianni Lenoci, Tony
Marsh, Hannah Marshall, Lisa Mezzacappa, Gianni Mimmo, Phil Minton, Lode, London und
Berliner Improvisationsorchester, Evan Parker, Pierette Ensemble, Wobbler, Gino Robair,
Mark Sanders, Benedict Taylor, Guillaume Viltard, Ove Volquartz und Michael Zerang
aufgeführt.
Alisons Aktivitäten reichen von Komponieren für Film, visuelle Kunst, Theater und
zeitgenössische Tanzproduktionen bis hin zu solistischen musikalischen Erzählaufführungen,
von Auftritten mit interdisziplinären Ensembles über das Arrangieren und Aufnehmen von
Kinderalben, von Gigs mit Rockbands bis hin zu Arbeitsvolkmusikkünstlern vom Schreiben
über neue Musik bis zum Aufführen und Aufnehmen neuer Musik. Alison widersteht der
Einordnung in Schubladen.
"Alison Blunts Spiel ist einzigartig. Unheimliche, gut klirrende Rasseln und Erstickungen aus der Hölle werden von klingenden, hoffnungsvollen Noten unterbrochen. Ich habe noch nie etwas Ähnliches gehört. "... Jefferey Taylor Sunday Express 29.1.12

Niko Meinhold - Pianist und Komponist
Studierte an der HfM "Hanns Eisler" Berlin, im Kungligan Musikhögskolan Stockholm.
Meister im Jazzinstitut Berlin.
Schrieb Kompositionen für Soloinstrumente, Ensembles, Chor, Orchester, auch für Film, TV und Radio (wie Rias Bigband und NDR Bigband) sowie für Theater- und CD-Produktionen.
Gewonnene Auszeichnungen wie der Karl-Hofer-Preis, das Berliner Senat-Komponisten-Stipendium, Preis für das beste deutsche Hochschul-Ensemble für sein Trio Tritorn, Nordiska Kulturfondet Tourgrant für seine skandinavische Gruppe Northern Alliance für eine skandinavische Tournee mit Tänzern.
Gespielt auf Festivals in den USA, Großbritannien, Japan, Norwegen, Finnland, Schweden, Island, Kolumbien, Rumänien, Südkorea, Senegal, Niederlande, Italien, Schweiz, Österreich, Israel, Ghana, Algerien, Polen, Serbien, Aserbaidschan, und natürlich Deutschland.
Häufiger Gastprofessor an der Musikfakultät der Universidad Javeriana de Bogotá / Kolumbien.
Kürzlich Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock.

Anna Kaluza
Anna Kaluza studierte Jazz-Saxophon in Köln, Wien und London. Sie trat den Big Bands als Freiburger Schüler Jazzorchester und dem Landesjazzorchester Berlin bei. Sie war Mitglied von Simon Rummels Fantasmofonika, die 2004 mit dem Jazz-Kunstpreis NRW ausgezeichnet wurde. Mit der deutschen Band Futür veröffentlichte sie 2007 das Album "Kein Schnee" (Jazzhausmusik). Sie spielte auf Festivals in Essen, Idstein, Leipzig, London, Hamburg, Köln, Düsseldorf. Von 2008 bis 09 lebte sie in London, absolvierte einen Master-Abschluss an der City University / Guildhall School of Music and Drama (gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst). Während dieses Jahres wurde sie Mitglied des London Improvisers Orchestra (L.I.O.) und der Gruppe Splatter und spielte mit Musikern des nicht-relevanten Netzwerks und Labels. Seit ihrer Rückkehr nach Berlin gründete sie das Berliner Improvisers Orchestra, zu dem Musiker des L.I.O. und spielt regelmäßig mit internationalen Gastmusikern. Sie ist Mitglied des Hanam Quintetts (mit Alison Blunt, Niko Meinhold, Manuel Miethe, Horst Nonnenmacher), des Kaluza Quartetts (mit Christof Thewes, Jan Roder, Oliver Steidle), des Trios Baustelle Nr. 5 (mit Julian Keßler und Johannes Held ) und ein polnisch-deutsches Quartett mit Artur Majewski, Kuba Suchar und Rafal Mazur.

Manuel Miethe
Manuel Miethe (* 1972 in Westberlin) ist ein deutscher Fotograf, interdisziplinärer Performer und Free-Jazz-Saxophonist mit Sitz in Berlin.


Reservierungen sind dringend zu empfehlen: Ruf 038392-57726, -57727;
e-mail: reservierung(at)grundtvighaus-sassnitz.de