16. September 2010
20.00 Uhr Günter “Baby“ Sommer
& Joachim Jaroschek
Zwei Urgewalten treffen aufeinander und rütteln an den Grundfesten des Verstands. Günter Baby Sommer, einer der bedeutendsten Vertreter des zeitgenössischen europäischen Jazz, welcher mit einem hoch individualisierten Schlaginstrumentarium zugleich eine unverwechselbare musikalische Sprache entwickelt hat. Und Joachim Jaroschek, Quer- und Seiteneisteiger, absoluter Autodidakt und Frischling in der Jazzszene, der alle eingefahrenen Strukturen aufbricht.
Sommer wurde 1943 in Dresden geboren und studierte an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“. Seine musikalischen Beiträge zu den wichtigsten Jazzgruppen der DDR wie dem Ernst-Ludwig-Petrowksy-Trio, dem Zentralquartett und der Ulrich Gumpert Workshopband ermöglichten Sommer den Einstieg in die internationale Szene. So arbeite Sommer nicht nur im Trio mit Wadada Leo Smith und Peter Kowald sondern traf mit so wichtigen Spielern wie Peter Brötzmann, Fred van Hove, Alexander von Schlippenbach, Evan Parker und Cecil Taylor zusammen. Sommers Solospiel sensibilisierte ihn für Kolloborationen mit Schriftstellern wie Günter Grass. Sommers Diskografie umfasst mittlerweile über 90 Tonträger. Als Professor an der Musikhochschule in Dresden nimmt er Einfluss auf die professionelle Vermittlung des zeitgenössischen Jazz an die nachfolgenden Generationen.
Der Oberhausener Jaroschek, ein zum Musiker mutierter Lehrer, war ursprünglich ein gefragter Rockschlagzeuger. Er brachte sich selbst das Klavierspielen bei und absolvierte einige Jahre später ein Musikstudium. Bei einem Konzert von Joachim Kühn gab er ein überzeugendes Debut als Jazzinterpret. Er überzeugte mit Musikalität und ungeheure Improvisationskraft. Seither begleitet Kühn den musikalischen Weg des außergewöhnlichen Autodidakten und beide sind aufs Engste befreundet. Nun spielt Jaroschek auf den Spuren seines Freundes im b-flat, Berlin Mitte, in der Jazz-Tonne, Dresden, und bei uns im Grundtvighaus Sassnitz mit keinem geringeren als den musikalischen Antipoden der rhetorischen Urgewalt eines Günther Grass, unserem allseits verehrten Günter "Baby" Sommer.
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